BUND und DAV fordern ein zeitnahes Handeln, um den Holzberg vor der Verfüllung mit Bauschutt zu bewahren. Das Areal ist ein einzigartiger Lebensraum für viel streng geschützter Tier- und Pflanzenarten. Gemeinsame Pressemitteilung des BUND Landesverbandes Sachsen und des DAV-Landesverbandes Sachsen vom 18.09.2023.
Der Kampf um die Rettung der Biotope und Klettermöglichkeiten im ehemaligen Steinbruch Holzberg bei Wurzen im Landkreis Leipzig geht mittlerweile ins fünfte Jahr. Nun ist ein nächster Schritt zur Rettung des Holzberges als Biotop geschafft: Am 20.09.2023 wurde die Petition mit ihren über 37.000 Unterschriften an den Petitionsauschuss des Sächsischen Landtages überreicht.
Das überaus große Interesse an der Petition zur Rettung des Holzberges, die durch die engagierte Naturschützerin Uta Strenger auf den Weg gebracht wurde, hat gezeigt, dass die Bewahrung wertvoller Lebensräume und der Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu einem vordringlichen Anliegen sehr vieler Menschen geworden ist.
Der Holzberg ist ein ehemaliger Steinbruch, 35 km östlich von Leipzig gelegen, der nicht nur 10 Fledermausarten, 6 Amphibien- und 5 Reptilienarten einen idealen Lebensraum bietet. Hier wurden in den letzten Jahren auch mehr als 100 Vogelarten nachgewiesen und es gibt eine große Artenvielfalt bei Tagfaltern und Wildbienen. Zu den Bewohnern des Holzberges zählen auch seltene Käferarten, wie der Nashornkäfer und der Eremit. Die Petition fordert deshalb die Bewahrung und den Schutz des wertvollen Lebensraumes, dessen Grundlage ein Mosaik aus 7 geschützten Biotoptypen bildet.
Für den Eigentümer, die Firma KAFRIL - die den Holzberg 2017 gekauft hat, um dort überschüssigen Erdaushub von ihren Baustellen zu entsorgen, wurde bereits ein möglicher Ersatzstandort gefunden. Die Petition zur Holzbergrettung, die an den Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gerichtet ist, fordert eine sofortige Unterschutzstellung des Holzberges und die Umsetzung der Ersatzstandortlösung unter Federführung der Sächsischen Staatsregierung.
Die Petition zur Holzbergrettung, die am 20. September 2023 im Sächsischen Landtag übergeben wurde, ist ein weiterer Meilenstein im Kampf um die Bewahrung der Holzbergregion. Sie ist Bestandteil der bereits seit 5 Jahren andauernden zivilgesellschaftlichen Anstrengungen, die bereits im Jahr 2018 mit der Gründung der Bürgerinitiative Böhlitz begannen. Von Beginn an standen die Bergsportler*innen des DAV und weiterer Bergsportverbände an der Seite der Böhlitzer Naturschützer*innen, die 2019 eine BUND-Ortgruppe bildeten. Im Ergebnis dieser Entwicklung hat sich ein breites Aktionsbündnis herausgebildet, das sich immer wieder als Ideengeber und konstruktiver Gesprächspartner in die Lösung des Holzbergkonfliktes eingebracht hat. Bisher größter Erfolg ist dabei der Nachweis einer Ersatzstandortlösung für den Eigentümer des Holzberges, das Abbruch- und Tiefbauunternehmen KAFRIL.
Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, mahnt zur Unterschutzstellung des Geländes: „Wir haben das Umweltministerium bereits vor einiger Zeit aufgefordert, eine Unterschutzstellung des Holzberges etwa durch Einbeziehung in bereits in der unmittelbaren Umgebung vorhandene Fauna-Flora-Habitat-Gebiete näher zu prüfen und zu diesem Zweck eine umfassende Kartierung der Lebensräume und Arten zu veranlassen. Eine schriftliche Stellungnahme dazu steht noch aus. Wir erwarten zudem, dass es ein Verfahren zur Zulassung einer Verfüllung mit der aus unserer Sicht gebotenen Umweltverträglichkeitsprüfung und unter Beteiligung der Verbände und der betroffenen Bevölkerung durchgeführt wird.“
Die besondere Bedeutung des Holzberges für die Kletterergemeinschaft erläutert Lutz Zybell vom DAV-Landesverband Sachsen: „Der Holzberg ist DAS Paradebeispiel deutschlandweit, wie naturverträgliches Klettern und Naturschutz Hand in Hand gehen. Die Biotope im Holzberg haben sich bei stets hohem Kletterbetrieb zu einem außerordentlichen Artenreichtum entwickelt, der in der Agrarwüste der Leipziger Tieflandsbucht seinesgleichen sucht. Wer einmal im Holzberg inmitten dieses Naturparadieses geklettert ist, derjenige setzt sich auch mit ganzem Herzen für den Erhalt dieses Naturraums ein. Das Jahr 2023 ist das entscheidende Jahr für die Rettung des Holzberges. Es liegt an uns individuellen Menschen, Naturfreunden oder auch Kletterern – egal ob jung oder alt – ob eine alte Bergbauzulassung zur Zerstörung einer der artenreichsten Lebensräume Sachsens und gleichzeitig eines der schönsten Klettergebiete Mitteldeutschlands führt, oder wir uns erfolgreich für deren Erhalt einsetzen.“
Pressekontakt
Für Rückfragen zum Thema Holzberg stehen Ihnen Stephanie Maier (info@bund-sachsen.de) vom BUND Landesverband Sachsen und Lutz Zybell (lz@alpenverein-sachsen.de) vom DAV-Landesverband Sachsen als Ansprechpartner zur Verfügung.
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