Regelwerke Wettkampfklettern

 

Der internationale Kletterverband IFSC (International Federation of Sport Climbing) hat ein umfassendes Regelwerk für den Wettkampfbereich verfasst. Es wird erweitert durch das Nationale Regelwerk Klettern des DAV. 
Diese Regelwerke sind die Grundlage für alle nationalen Wettkämpfe und daher bindend für alle AthletInnen, die Wettkampfjury, SchiedsrichterInnen und die RoutenbauerInnen. 

Weitere Infos auf der Website des DAV.

 

Die Regeln für Nationale Wettkämpfe regelt der DAV in seinem Nationalen Regelwerk, das jährlich überarbeitet wird.

 

Die Wettkampfregeln für Internationale Wettkämpfe werden vom IFSC geregelt. Auch diese werden i. d. R. jährlich überarbeitet.

IFSC Rules 2023 (1.14MB, pdf)
© Pixabay
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Altersklassen Wettkampfjahr 2023

 

  • Junior*innen - 18. und 19. Lebensjahr
     
  • Jugend A - 16. und 17. Lebensjahr
     
  • Jugend B - 14. und 15. Lebensjahr
     
  • Jugend C - 12. und 13. Lebensjahr
     
  • Jugend D - 10. und 11. Lebensjahr
     
  • Jugend E - 8. und 9. Lebensjahr
     
  • Jugend F - 5./6. bis 7. Lebensjahr

Disziplinen des Wettkampfkletterns

Grundsätzlich finden Kletterwettkämpfe an künstlichen Kletterwänden statt und lassen sich in drei Disziplinen unterteilen:

  • Schwierigkeitsklettern (Lead)
  • Bouldern
  • Speedklettern 

Schwierigkeitsklettern/Lead

 

Das Schwierigkeitsklettern ist die älteste Disziplin des Wettkampfes. Ziel ist in einer schweren Route so weit wie möglich zu klettern. Der Kletternde muss dabei jeden Sicherungspunkt, der sich in der Route befindet, ins Seil einhängen. Die Platzierung wird über drei Runden (Qualifikation, Halbfinale und Finale) ermittelt. Sollte es im Finale einen Gleichstand unter den Erstplazierten geben, entscheidet entweder das Vorrundenergebniss oder es wird ein Superfinale zwischen den Erstplazierten ausgetragen.
In der Regel klettern die AthletInnen on sight nach vorherigen gemeinsamer Routenschau.

© Svetlana Gilfert
© Svetlana Gilfert

Bouldern

Beim Bouldern handelt es sich um Klettern in Absprunghöhe (max. 5 m Höhe) über Weichbodenmatten. Komplexe Bewegungsabläufe und maximalkräftige Belastungen stehen dabei im Mittelpunkt. Es gibt zwei Modi, in denen der Wettkampf ablaufen kann:
Beim internationalen Modus müssen die AthletInnen in Qualifikation und Finale jeweils 6 Boulder in max. 6 min. klettern. Dabei werden die Versuche gezählt. Danach hat der/die AthletIn 6 min. Pause. Nach dieser Pause folgt der nächste Boulder usw. Die AthletInnen dürfen sich bei den Versuchen nicht gegenseitig beobachten.
Beim offenen Modus haben die AthletInnen mehrere Stunden Zeit für alle Boulder haben. Sie können sich dabei gegenseitig beobachten oder helfen und sind an keine Reihenfolge der Boulder gebunden. 
Bei beiden Modi gewinnt, wer die meisten Boulder klettern konnte und bei Gleichstand, wer die wenigsten Versuche gebraucht hat.

© Lisa Maul
© Lisa Maul

Speedklettern

 

Auch Speedkletterwettkämpfe werden in Deutschland immer häufiger durchgeführt.
Die AthletInnen klettern eine vergleichsweise leichte standartisierte Route und werden mit einem Seil von oben gesichert. In der Qualifikation klettern die AthletInnen auf Zeit. Danach starten die 16 Schnellsten der Qualifikation gegeneinander, wobei immer der/die langsamere ausscheidet.

© Svetlana Gilfert
© Svetlana Gilfert

Begehungsstile

Es gibt zwei Begehungstile, die beim Wettkampfklettern von Bedeutung sind:

on sight

Von der on-sight-Begehung einer Route wird gesprochen, wenn eine Route durchstiegen wird, ohne dass vorher jemand beim Durchstieg beobachtet oder selber probiert wurde.

flash

Beim einem flash-Durchstieg, gelingt die Route, nachdem andere KletterInnen in der Route beobachtet wurden, selbst aber noch nicht in der Route geklettert wurde.
Beim Bouldern spricht man vom flash, wenn der Boulder im ersten Versuch geschafft wird. Dabei ist es egal, ob vorher andere KletterInnen beobachtet wurden.

Isolation

Isolation oder kurz Iso ist ein Bereich i.d.R. innerhalb der Halle, wo sich die AthletInnen aufhalten, bis sie ihre Route klettern. Der Bereich ist so gestaltet, dass die Wettkampfwände und -routen nicht zu sehen sind.