Liebe DAV-Mitglieder in Sachsen,
wie ihr an dieser Stelle bereits lesen konntet, gilt seit Anfang des Jahres eine „neue“ Regelung zum Boofen: boofen ist im Nationalpark vom 1.2. bis 15.6. verboten. Im übrigen Zeitraum darf in den 58 zugelassenen Boofen regulär im Zusammenhang mit dem Klettersport übernachtet werden. Neu daran ist, dass diese Sperrung „auf zunächst unbestimmte Zeit“ gilt (siehe Bekanntmachung des Sächsischen Umweltministeriums (SMUL): recht-sachsen.de/downloadable/download/attachment/id/3696). Der SBB hatte sich zusammen mit der ASD, der Sektion Dresden und dem DAV-Landesverband für den Kompromissvorschlag „Jahresticket auf Schulungsbasis“ stark gemacht. Dieser wurde auch von der Projektgruppe Boofen (Nationalparkverwaltung, Landesdirektion, BUND, NABU, Landesverein Sächsischer Heimatschutz und uns) überwiegend befürwortet.
Wir finden es wichtig, dass es bei den Diskussionen möglichst transparent zugeht. Über Umwege haben wir inzwischen erreicht, dass der Bericht der Projektgruppe zumindest teilweise öffentlich zugänglich ist. Ihr findet ihn und einen Auszug des Berichts zu den Boofenzählungen am Ende dieser Seite oder auf fragdenstaat.de.
Die Zurückweisung des im Bericht der Projektgruppe empfohlenen Lösungsansatzes durch die Naturschutzabteilung des SMUL, hat die meisten Beteiligten überrascht und führte bereits zur Einreichung einer Klage beim Verwaltungsgericht Dresden. Auch der SBB hat beim SMUL Widerspruch gegen die Regelung eingelegt und wird dabei durch den Landesverband, die ASD und die Sektion Dresden unterstützt. Bis zur Entscheidung kann es jedoch Jahre dauern. Da die Bekanntmachung mit Sofortvollzug veröffentlicht ist, wird sie bei Widerspruch oder Klage nicht ausgesetzt. Gegen diesen Sofortvollzug haben wir Ende März beim Verwaltungsgericht vorläufigen Rechtsschutz beantragt.
Insgesamt ist die juristische Auseinandersetzung keine, die wir uns gewünscht haben. Da die Naturschutzabteilung des SMUL allerdings auch die Projektgruppe Boofen aufgelöst hat, haben wir keine andere Möglichkeit, um unsere satzungsgemäßen Ziele zu vertreten. Wir stehen nach wie vor zum Kompromissvorschlag und sind für eine konstruktive Weiterentwicklung offen.
Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Eure Arbeitsgruppe Boofen der Bergsportverbände