Prothesenwand im Plauenschen Grund

Clean-Up Day am 19.03.2022

An einem Samstag Mitte März haben die drei Dresdner DAV-Sektionen - Akademische Sektion Dresden (ASD), Sektion Dresden (SD) und der Sächsischer Bergsteigerbund (SBB) - an der Prothesenwand einen Clean-Up Day durchgeführt.

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Dabei wurde im Wald oberhalb der zurückgebauten Behindertenkletterwand mit Unterstützung durch knapp 50 Bergfreunde eine wilde Müllkippe beseitigt, wobei ca. 10 Kubikmeter Müll gesammelt und den Hang hinunter zur Straße transportiert wurden. Danke nochmal an alle Beteiligten und an die Stadt Dresden, die neben der Bereitstellung des Containers auch die Entsorgung des Mülls übernommen hat!

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Weitere Bilder vom Clean-Up Day an der Prothesenwand findet ihr hier in der Bildergalerie!

 

Update 10.03.2022

Aufruf zum Clean-Up Day an der Felswand am Collmberg am 19.03.2022 ab 9:30 Uhr

Oberhalb der ehemaligen Behindertenkletterwand am Collmberg existiert eine unschöne wilde Müllkippe. Die drei Dresdner Alpenvereinssektionen - Akademische Sektion Dresden (ASD), Sektion Dresden (SD) und der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) - haben sich zum Ziel gesetzt, diese Müllkippe zu beräumen und wir benötigen dafür Eure Unterstützung.

Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft (ASA) der Stadt Dresden unterstützt unsere Aktion. Das ASA kümmert sich um den Container, die ordnungsgemäße Entsorgung und stellt auch noch ein paar Arbeitshandschuhe. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken!

Muellhalde_1 Uebersicht

Treff ist am 19.03.22 (Samstag) um 9:30 Uhr an der zurückgebauten Behindertenkletterwand direkt an der Birkigter Straße: https://de.mapy.cz/s/fajakacehe

Wir werden eine Menschenkette den Berg hinauf zur Müllkippe bilden, um den Müll nach unten bis zu einem Container auf der Straße durchzureichen. Ein Seil von Baum zu Baum zeigt Euch den Weg. Reiht Euch ein in unsere Seilschaft! Wenn 60 bis 70 Leute mitmachen dann sind wir sicherlich bis Mittag fertig. Festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe, sofern vorhanden, bitte mitbringen, ansonsten haben wir noch ein paar Handschuhe in Reserve.

Tragt Euch bitte in die folgende Doodle-Liste ein, wenn Ihr bei der Aktion teilnehmen möchtet. Das erleichtert uns die Planung. Gleichzeitig bitten wir Euch mit dem Eintrag auch um eine Fotoerlaubnis: https://bit.ly/3vwQGtO

Bitte kommt möglichst zu Fuß oder per Rad, da es vor Ort an Parkplätzen mangelt. In Richtung Freital Birkigt gibt es eine Parkmöglichkeit, gegenüber der Birkigter Straße 14 (Karosseriebau Miersch) für ca. 10 Autos.

Alle wichtigen Infos zum Clean-Up Day findet Ihr auch in folgendem Flyer.

Flyer_Cleanup

Gleichzeitig wollen wir den Tag nutzen, um Öffentlichkeitsarbeit für die geplante Wiederherstellung der Behindertenkletterwand zu machen. Gegenwärtig ist das Klettern an der gesamten Felswand von der Stadt Dresden verboten und alle Sicherungshaken wurden entfernt. Wir hoffen aber, dass wir mit dem bei der Stadt Dresden eingereichten Antrag eine Lösung finden, um an der Wand mit einem ganzheitlichen Konzept in Kürze wieder naturverträglich klettern zu können.

Unser ganzheitliches Kletterkonzept für die Felswand unterm Collmberg, das wir ab 12 Uhr allen interessierten Bürgern, Anwohnern, Politikern und Euch gern vorstellen wollen, enthält folgende Eckpunkte:

  • inklusiv –> Klettermöglichkeiten für Menschen mit Behinderung und alle anderen, denen Klettern Freude bereitet
  • naturverträglich –> Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen für besonders wertvolle Tier- und Pflanzenarten, Informationen & Umweltbildung
  • naturverbunden –> Erlebnis von Klettern und Höhe an Naturfels
  • klimafreundlich –> wohnortnah, ohne Beton
  • verkehrssichernd –> sanfte Verkehrssicherung der Straße ohne Stahl und Beton
  • verantwortungsvoll –> Verantwortung für Natur und Mensch

Wir freuen uns über rege Teilnahme! Für Rückfragen könnt Ihr gern eine E-Mail an naturschutz@bergsteigerbund.de schreiben.

ASD / SD / SBB 

Update 10.12.2021

Leider hat die Stadt Dresden trotz Einreichen des Antrages des SBB für die naturschutzrechtliche Klettergenehmigung an der Prothesenwand am 27.11.2021 danach das Hakenentfernen trotz mehrfacher Aufforderung nicht eingestellt. Die Stadt Dresden hatte am 29.11.21 den Eingang des Antrags des SBBs bestätigt und am 02./03.12.21 wurden die restlichen Haken entfernt (d.h. es sind jetzt alle Sicherungshalen entfernt!) und zwei weitere Schilder "Betreten verboten" im rechten Wandteil angebracht. Die Prothesenwand ist naturschutzfachlich gesehen einer der am wenigstens wertgebenden Felsen des gesamten Plauenschen Grundes. Das jetzt durch den SBB eingeleitete Verwaltungsverfahren wird dies bestätigen. Warum die Stadt Dresden vom Oberbürgermeister über Umweltbürgermeisterin Jähnigen bis zum Umweltamt bisher das Klettern an der Prothesenwand kategorisch ablehnt, ist aus naturschutzfachlicher Sicht nicht nachvollziehbar. 

Update 29.11.2021

An der Prothesenwand im Plauenschen Grund bei Dresden werden aktuell von einer Firma alle Sicherungsmittel entfernt bzw. zerstört. Mit Leitern und Fixseilen wurden am 26.11.21 die unteren Bohrhaken von einigen Routen abgeflext und umgeschlagen und in einigen Routen wurden alle Zwischensicherungen entfernt. Bereits im April 2021 hatte die Stadt Dresden eine Firma mit dem vollständigen Rückbau der künstlichen Klettergriffe im linken Teil der Prothesenwand beauftragt, obwohl sich im Vorfeld mehr als 1600 Menschen für den Erhalt der sog. "Behindertenkletterwand" im Rahmen einer e-Petition ausgesprochen hatten, welche an Oberbürgermeister Dirk Hilbert übergeben wurde.

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Der SBB hat einen Antrag für die naturschutzrechliche Genehmigung des Klettersports an der Prothesenwand beim Umweltamt der Stadt Dresden eingereicht. Von der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen war uns im Vorfeld ein faires Verfahren und eine ergebnisoffene Prüfung unseres Antrag zugesagt worden.

Im linken Teil der Prothesenwand ist ein Schild "Betreten verboten!" im Namen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Landeshauptstadt Dresden befestigt. Genau für diesen Wandteil wurde der Stadt Dresden von dem Gutachter, der die Baumaßnahmen im rechten Wandteil naturschutzfachlich begleitet hat, die Freigabe für den Klettersport empfohlen. Was die UNB der Landeshauptstadt nun dazu bewegt, dieser Gutachterempfehlung zu widersprechen und stattdessen ein Betretungsverbot auszusprechen, ist nicht nachvollziehbar. 

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Wir haben bei der Stadt Dresden angefragt, ob sie als Flächeneigentümerin der Prothesenwand das Entfernen der Sicherungsmittel in Auftrag gegeben hat, und haben die sofortige Einstellung dieser Arbeiten gefordert. Angesichts der oben geschilderten Situation, dass es seit geraumer Zeit Gespräche und konkrete Verfahrensabsprachen zur Antragstellung zwischen Bergsportverbänden und dem Umweltamt gibt, wäre eine Beauftragung des Hakenziehens durch die Stadt Dresden eine völlig unnötige Eskalation.

Update 04.06.2021

Ende Mai 2021 hat sich das Umweltamt Dresden per E-Mail an die Betreiber der Website thecrag.com gewandt. Unter Androhung weiterer Maßnahmen wurden die Betreiber der Homepage aufgefordert, die bekletterten Felsen im Plauenschen Grund bei der Auflistung bei thecrag.com als naturschutzrechtlich gesperrt auszuweisen bzw. zu löschen. Dies steht im Widerspruch zur schriftlichen Mitteilung des Büros der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen vom März 2021, wobei dem DAV-Landesverband Sachsen ein ergebnisoffenes Verfahren für die Zulassung der bekletterten Felsen im Plauenschen Grund zugesichert wird. Diese Aussage wurde bereits vorher auch von der Landesdirektion Sachsen mitgeteilt.

Der DAV-Landesverband Sachsen bemüht sich mittlerweile anderthalb Jahren, gemeinsam mit dem Umweltamt Dresden eine Kletterkonzeption für den Plauenschen Grund zu erstellen und die naturschutzrechtliche Zulassung des Klettersports an einzelnen Felsen zu realisieren. Leider werden diese Bemühungen Leider werden diese Bemühungen vom Dresdner Umweltamt bisher nicht unterstützt, wie der aktuelle Vorfall mit der versuchten Löschung der bekletterten Felsen im Internet während eines laufenden Antragsverfahrens abermals zeigt. Wir haben die Betreiber der Website thecrag.com gebeten, der Aufforderung des Umweltamtes zur Löschung der Felsen bzw. der Markierung als gesperrte Felsen nicht nachzukommen, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Die Ergebnisse einer gemeinsam erarbeiteten Kletterkonzeption, deren Ziel es ist naturschutzfachlich sensible Felsbereiche im Plauenschen Grund zu schützen, sollten in Zukunft unbedingt veröffentlicht werden. Ein Vorpreschen des Umweltamtes ohne Absprache, wie aktuell geschehen, ist dem weiteren Abstimmungsprozess jedoch wenig förderlich.   

Update 25.04.2021

Leider hat die Stadt Dresden im Plauenschen Grund vollendete Tatsachen geschaffen und die Behindertenkletterwand am 22. und 23. April 2021 aus Verkehrssicherungsgründen komplett zurückbauen lassen - ohne vorher Kontakt zu den Initiatoren der Petition oder zum DAV aufzunehmen. Dabei wurden - während des aktuell noch laufenden Petitionsverfahrens, an dem sich über 1600 Menschen beteiligt hatten - im Auftrag der Stadt Dresden sämtliche künstlichen Klettergriffe im linken Teil der sog. Prothesenwand entfernt und die Löcher der Befestigungen für die Griffe mit Kleber verschlossen. Weiterhin wurde im Bereich der Behindertenkletterwand auch jegliches Sicherungsmaterial entfernt. Was die Stadt Dresden dazu bewogen hat, gerade in dem Bereich der Prothesenwand, für den vom Naturschutzgutachter explizit eine Empfehlung für die Freigabe für das Klettern ausgesprochen wurde, normgerechte Sicherunghaken abzuflexen, ist nicht nachvollziehbar.

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Abgeflexter Sicherungsring, Loch eines entfernten Griffes und Verschließen der Löcher an der zurückgebauten Behindertenkletterwand. (Fotos: DAV-LV Sachsen)

Der DAV hatte im Dezember 2020 der Stadt Dresden angeboten die Kunstgriffe vorübergehend zu demontieren, bis eine Lösung zur Frage der naturschutzrechtlichen Klettergenehmigung gefunden ist. Ziel dieses Angebots war, dass die Löcher für die Befestigung der Griffe nicht wie aktuell geschehen verschlossen werden um dann ein halbes Jahr später im Rahmen der Reinstallation wieder aufgebohrt zu werden bzw. im Fels daneben neue Löcher bohren zu müssen. Dieses Angebot hatte die Stadt Dresden leider abgelehnt. Sowohl aus naturschutzfachlicher wie auch aus kommunikativer Sicht hat die Stadt Dresden im Zusammenhang mit dem Genehmigungsprozess zum Klettern im Plauenschen Grund, der sich bereits seit mehr als einem Jahr hinzieht, jetzt ein weiteres Mal fragwürdige Entscheidungen getroffen. Dass eine Behörde ohne Rücksprache mit den Bergsportverbänden Sicherungsmittel an einem Kletterfelsen (für den ein Antragsverfahren in Verhandlung ist) entfernen lässt, ist leider ein negatives Kapitel, dass es bisher in Sachsen so noch nicht gab.

 

Petition für Erhalt der Behindertenkletterwand in Dresden

Im Plauenschen Grund am Stadtrand von Dresden gibt es an der sog. Prothesenwand seit vielen Jahre eine kleine Behindertenkletterwand. Diese wurde auf private Initiative von Jost Hartmann und Beate Lange im Einvernehmen mit dem damaligen Flächeneigentümer eingerichtet. Die speziell mit künstlichen Griffen ausgestattete Behindertenkletterwand wurde in der Vergangenheit rege genutzt und es fanden auch Kletterkurse für Menschen mit Beeinträchtigungen dort statt. 

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Beate Lange und Jost Hartmann an der Behindertenkletterwand im Plauenschen Grund. (Fotos: Thomas Türpe)

Vor zwei Jahren hatte die Stadt Dresden das öffentliche Gelände mit dem Felsen gekauft und möchte das Klettern an der gesamten Prothesenwand nun aus naturschutzrechtlichen Gründen unterbinden und die Behindertenkletterwand zurückbauen. Der DAV-Landesverband bemüht sich seit ca. einem Jahr bisher leider vergeblich um eine Lösung für die Klettergenehmigungen im Plauenschen Grund, da die Stadt Dresden bisher nicht gesprächsbereit war. Aus Sicht des DAV-Landesverbandes sollte gemeinsam mit der Stadt Dresden eine Gesamtlösung für das Klettern im Plauenschen Grund in Form einer Kletterkonzeption gefunden werden, bei der zukünftig sensible Felsbereiche geschützt werden, das Klettern an einzelnen Felsen - wie z.B. an der Prothesenwand - genehmigt wird und die Behindertenkletterwand erhalten werden kann. 

Beate Lange hatte im März 2021 eine e-Petition gestartet, um die Behindertenkletterwand zu erhalten. Innerhalb der kurzen Mitzeichnungsfrist von 25 Tagen haben über 1600 Menschen die an die Stadt Dresden gerichtete Petition unterzeichnet, was das große öffentliche Interesse an der Thematik bestätigt. Auch der MDR-Sachsenspiegel berichtete kürzlich über die Prothesenwand und die Petition.

Beitrag des MDR-Sachsenspiegel vom 09.04.2021

Für Rückfragen zu diesem Thema steht beim DAV-Landesverband Sachsen Lutz Zybell (lz@alpenverein-sachsen.de) als Ansprechpartner zur Verfügung.