Lehrgang 10 - Dolni Zleb

Felskadermodul 10 (1.-3. Oktober 2022) 
Klettern in Dolni oder „Saisonal, regional und ökologisch!“ 
 
Schon viele Wochen im Voraus liefen für dieses besondere Modul die Vorbereitungen auf Hochtouren, schließlich sollte es unsere vorgezogene gemeinsame Abschlussfahrt werden. Die Zielauswahl wurde wochenweise größer und kleiner, ständig kamen neue Ideen dazu und andere wurden abgewählt, Packlisten wurden geschrieben, Kletterführer prophylaktisch ausgeliehen und Transportmittel organisiert. Nur ein Problem drohte in der Ferne und wurde mit jedem Tag offensichtlicher: Der wichtigste Faktor beim Klettern -DAS WETTER- wollte nicht mitspielen. Schlechtwetteralternativen hatten wir aber aufgrund unserer reichlichen Zielauswahl zum Glück genügend. So entschieden wir uns einen Tag vor Anreise gegen ein weit entferntes Ziel und verbrachten das verlängerte Wochenende im nahegelegenen Dolni Zleb im Elbtal. 
 
Während alle Athlet:innen mit Schulpflicht am Freitag noch auf die erlösende Stundenklingel warteten, checkten manche Felskader-Mitglieder schon die ersten Routen in Dolni aus, bis wir uns am Abend, zum mittlerweile zweiten Mal, bei Rosa und Johanna in der WG “Mommsi” trafen, um dort für die nächsten Tage unser Lager aufzuschlagen. Nach dem Abendessen (serviert wurde typisches Rosinen-Curry nach „Johanna-Art“) und einer spannenden Runde „Zug um Zug“ (dieses Mal Schweiz statt Europa) wurde der Wecker auf 6:20 Uhr gestellt, um den ersten Direktzug vom Hauptbahnhof nicht zu verpassen, denn der fährt schließlich nur aller 2 Stunden.  
 
Der erste Blick auf die Wetterprognose am Morgen war je nach Wetterapp mehr oder weniger vielversprechend. Nachdem die Wetten abgegeben wurden, wann es anfangen würde zu regnen (zwischen 11 und 16 Uhr war einiges dabei), ging es noch leicht verschlafen, aber trotzdem motiviert zum Bus. Am Bahnhof schloss sich uns der Fotograf Steven Weisbach an und fuhr mit uns im Frühzug auf die tschechische Elbseite. Im Dolni-Hauptsektor (oder DHS, wie Rosa sagen würde) angekommen, fanden wir glücklicherweise einige trockene Wände und konnten einen für alle erfüllten Klettertag verbringen. Dabei kletterten wir unter anderem die „Hautmaske“ 7a, “Runzel” 7b+, „Lauf“ 8a, “Schwarze Kreuzotter” 7c+, „Tvrdolín“ 7b+ und “Höllenreigen” 6c+, “Engelchen und Teufelchen” 7a+ außerdem wurden fleißig weitere Projekte ausgebouldert.  
 
Steven hat die Zeit am Fels währenddessen ausgiebig genutzt, um ein paar schöne Schnappschüsse festzuhalten:  
 
Zum Abschluss des Tages fanden wir uns dann alle platt und mit wenig Haut auf den Fingern in der gemütlichen Kletterkneipe bei Kosti ein und studierten bangend den Wetterbericht des nächsten Tages. Nach längeren Diskussionen über die Regenwahrscheinlichkeit und die möglichen Aktivitäten einigten wir uns nach dem Abendbrot in unserem „WG-Basislager“ nicht ganz einstimmig auf einen Ruhetag.   
 
Dementsprechend begann der nächste Tag für alle etwas entspannter. Nach einem ausführlichen Brainstorming zu sportlichen Ruhetagsbeschäftigungen, mit den verschiedensten Ideen vom Golfsimulator in Svantes Garage über Schwimmtraining bis zu Crossläufen wurde schließlich ein Risstraining im selbstgebauten Holzriss bei Sebastian und Marie als offizielles Ruhetagsprogramm auserkoren. In kleiner Runde wurde sich hier beim Bouldern, Faust- bzw. Handrissdachklettern und Yoga für einen Ruhetag angemessen verausgabt. Im Anschluss gab es noch eine gemeinsame Volleyball- und Spikeballrunde, bevor wir den Tag mit selbstgemachter Spinat-Gemüse-Lasagne beendeten. Zum zweiten Mal wurde der Wecker motiviert auf 6:20 Uhr gestellt. 
 
Nach dem wir uns am nächsten Tag aus dem Bett gewälzt, das obligatorische Haferflockenmüsli verschlungen und unser Kletterzeug geschnappt hatten, ging es erneut mit dem Zug nach Dolni. Auch dieses Mal waren die Bedingungen gut und uns gelangen die „Schwarze Kreuzotter“ 7c+ (Ferdinand im zweiten Versuch), „Tvrdolín“ 7b+ (Johanna), „Sackgasse“ 7b+ (Ferdinand) und die „Erste Runzel“ 7b+ (Ronja im zweiten Versuch). Außerdem projektierten wir noch in „El Niño“ 7c, „Spanische Fliegen“ 7b und „Engelchen und Teufelchen“ 7a+. Die Zeit verging wie im Flug und mit einem etwas längerem Sprint Richtung Bahnhof kamen wir zum Abschluss noch in den Genuss eines maßlos überfüllten Regionalzuges (mit Kletterrucksäcken ein echtes Abenteuer) und konnten das gemeinsame Wochenende geschafft, aber glücklich am Hauptbahnhof beenden.  
 
Einig waren wir uns alle, dass wir trotz des eher durchwachsenen Wetters das Beste aus der Situation gemacht haben und wir sind definitiv motiviert unsere Abschlussfahrt bei besseren Bedingungen nachzuholen; unsere Vorbereitungen sollen schließlich nicht umsonst gewesen sein! 
 
In diesem Sinne: Berg Heil und bis zum nächsten Treffen! 

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