Lehrgang 6 - Franken

Felskader-Modul 6 (13.–15.05.2022) 
Projektieren im Kalk oder: Im Westen nichts Neues  


Entgegen der Meinung Einzelner, die das Wort Fels synonym mit dem Wort Sandstein verwenden, kann man in mitteldeutschen Landen tatsächlich noch an anderen Gesteinen klettern. So fand unser sechstes offizielles Felskader-Modul (sehr zur Freude von Jannik und Ferdi) an den Felsen in der Umgebung der Bärenschlucht in der Fränkischen Schweiz statt. Das Thema dieses Mal: Projektieren und Rotpunkten (zwei Spielformen, die man sonst im Sandstein eher selten trainiert).  


Unsere Anreise am Freitag fand in geteilter Truppe statt. Ein Bus wurde in Dresden randvoll mit Athlet:innen, Essen und Gepäck geladen, während der Rest die zwar etwas langsamere, aber dafür klimafreundliche und komfortable Anreise mit dem Zug nutzte.  
In der Bärenschlucht wurden dann Zelte aufgestellt, Essen gekocht und natürlich ganz wichtig: Die Feuchtigkeit der Felsen überprüft. Ergebnis: Stellenweise noch gut durchgefeuchtet.  


Samstag

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Gemeinsame Erwärmung am Morgen


Die Theorie des Projektierens haben wir dann am Samstagmorgen nochmal durchgesprochen, um nicht blindlings drauflos zu klettern. Vor allem die Fragen, wie man ein gutes Projekt findet und wann man ein Projekt vielleicht wieder aufgeben sollte, waren durchaus spannende Fragen.   
Wir haben dann trotzdem zügig das Geschirr weggeräumt und die Seile geschnappt, um die Theorie schnellstmöglich in die Praxis umzusetzen.  
In den schattigen Wänden zwischen Trockauer Wand und Erinnerungswand an der Bärenschlucht haben wir uns erstmal in einigen leichten Routen an den Kalkstein gewöhnt und erste anspruchsvollere Routen besichtigt. Als Special Guest konnten wir DAV-Expedkader-Mitglied (und damit Teamkollegin von Rosa) Janina Reichstein begrüßen, die in Franken quasi zu Hause ist und uns wertvolle Tipps zur Routenauswahl und Beta geben konnte.  


Währenddessen hat Jannik die Tempo-Taschentüchervorräte des Felskaders eingesackt, um die Griffe in Father & Son an der Trockauer trockenzulegen - leider mit bescheidenem Erfolg: Nach einer Stunde waren die Griffe dann doch wieder feucht. Einige Erfolge hatten wir Samstag schon vorzuweisen (Ferdi in Steep Mud, Ronjas Flash von Mars Attack u. a.), aber gegen Nachmittag wurde klar, dass unsere Finger und Muskeln dringend eine Pause benötigten.  

 

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Zurück am Zeltplatz wurde dann das Felskader-Spezialgericht (Getreideprodukt mit Gemüsepfanne) zubereitet und das Holz in der Feuerschale angezündet.  

 

Sonntag

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Irgendwie haben wir bereits beim Frühstück am Muskelkater bemerkt, dass wir am Vortag pausenlos im Seil rumgeturnt sind. Das hat der Motivation, die vielleicht entscheidenden Rotpunktversuche zu setzen, jedoch keinen Abbruch getan. Während die eine Hälfte des Felskaders wieder in Richtung Trockauer Wand spaziert ist und dort noch das ein oder andere Projekt geknipst wurde, sind Ferdi, Jannik und Ronja dann noch zur Ringlerwand umgezogen, um sich dort in den kurzen aber schweren Routen auszupowern.   
Fazit: So viele Klettermeter wie an diesem Wochenende wurden wahrscheinlich noch bei keinem Lehrgang gesammelt und wir haben mal wieder aktiv an unserer Schwierigkeitsgrenze gekratzt. Vielleicht kommen die einen oder anderen ja nochmal zurück in die Bärenschlucht, um unsere noch nicht abgehakten Projekte weiterzuführen.  

 

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Hier noch in loser Aufzählung unsere gesammelte Ticklist vom Wochenende:  

  • Steep Mud 9+/10- 
  • Mars Attack 9-/9 
  • Männer unter Strom 9- 
  • Weißer Streifen 8-
  • Cubana 8+
  • Cubana direkt 9-
  • Civil war 9-
  • Bella 8 
  • Steinlaus 8+
  • Gilgamesch 8 

 

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Christoph in Peacemaker

 

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Lara und Joahnna in Amalgamplatte

 

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Tarja in Manganplatte und Lara aufmerksam beim Sichern

  

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Christoph und Svante in Mars Attack


Außerdem haben wir noch an der Ringlerwand projektiert in Father & Son, Peacemaker, Inquisition und Hellboy. 


In diesem Sinne – bis zum nächsten Treffen! Da werden wir bestimmt wieder Sandstein unter den Fingern haben.

 

Text: Christoph Doktor

Fotos: Felix Getzlaff