Regelwerk Wettkampfklettern

Der internationale Kletterverband IFSC (International Federation of Sport Climbing) hat ein umfassendes Regelwerk für den Wettkampfbereich verfasst. Es wird erweitert durch das Nationale Regelwerk Klettern des DAV. 
Diese Regelwerke sind die Grundlage für alle nationalen Wettkämpfe und daher bindend für alle AthletInnen, die Wettkampfjury, SchiedsrichterInnen und die RoutenbauerInnen. 

Geltende Regelwerke Wettkampfklettern:

 
Folgende Altersklassen gelten für das Wettkampfjahr 2021

  • SeniorInnen ab Jahrgang 2001
  • JuniorInnen - Jahrgang 2002/03
  • Jugend A - Jahrgang 2004/05
  • Jugend B - Jahrgang 2006/07
  • Jugend C - Jahrgang 2008/09
  • Jugend D - Jahrgang 2010/11
  • Jugend E - Jahrgang 2012/13
  • Jugend F - Jahrgang 2016/15/14

Alle AthletInnen benötigen eine Nationale Lizenz!

 

Infos rund ums Wettkampfklettern

Grundsätzlich finden Kletterwettkämpfe an künstlichen Kletterwänden statt und lassen sich in drei Wettkampfarten unterteilen:

  • Schwierigkeitsklettern oder Lead
  • Bouldern
  • Speedklettern 

Weitere Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Wettkampfklettern von Bedeutung sind:

  • on sight
  • flash
  • Isolation 

Schwierigkeitsklettern/Lead

Das Schwierigkeitsklettern ist die älteste Disziplin des Wettkampfes. Dabei geht es darum, in einer sehr schweren Route so weit wie möglich zu klettern. Der Kletterer muss dabei jeden Sicherungspunkt, der sich in der Route befindet, ins Seil einhängen. Die Platzierung wird über drei Runden (Qualifikation, Halbfinale und Finale) ermittelt. Sollte es im Finale einen Gleichstand unter den Erstplazierten geben, entscheidet entweder das Vorrundenergebniss, oder es wird ein Superfinale zwischen den Erstplazierten ausgetragen.
In der Regel klettern die AthletInnen on sight nach vorherigen gemeinsamer Routenschau.

Bouldern

Boulderwettkämpfe erfreuen sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit.
Beim Bouldern handelt es sich um Klettern in Absprunghöhe (max. 5 m Höhe) über Weichbodenmatten. Komplexe Bewegungsabläufe und maximalkräftige Belastungen stehen dabei im Mittelpunkt. Bei einem Boulderwettkampf geht es hauptsächlich darum, die meisten Boulder zu durchklettern.
Es gibt mehrere Modi, in denen ein Wettkampf ablaufen kann:
Beim internationalen Modus müssen die AthletInnen in Qualifikation und Finale jeweils 6 Boulder lösen. Das Zeitlimit pro Boulder beträgt 6 Minuten. Dabei werden die Versuche gezählt. Danach hat der/die AthletIn 6 Minuten Pause. Nach dieser Pause folgt der nächste Boulder usw. Die AthletInnen dürfen sich bei den Versuchen nicht gegenseitig beobachten.
Beim offenen Modus gibt es eine Vielzahl von Boulder, für die alle AthletInnen mehrere Stunden Zeit haben. Die AthletInnen können sich dabei gegenseitig beobachten oder helfen, und sind an keine Reihenfolge oder Zeitvorgaben für die einzelnen Boulder gebunden. 
Bei beiden Modi gewinnt, wer die meisten Boulder klettern konnte und bei Gleichstand, wer die wenigsten Versuche dafür gebraucht hat.

Speedklettern

Auch Speedkletterwettkämpfe werden in Deutschland immer häufiger durchgeführt.
Die AthletInnen klettern eine vergleichsweise leichte standartisierte Route und werden mit einem Seil von oben gesichert. In der Qualifikation klettern die AthletInnen auf Zeit. Danach starten die 16 Schnellsten der Qualifikation gegeneinander, wobei immer der/die langsamere ausscheidet.

RoutenbauerInnen

Der/die RoutenbauerIn muss eine Route bzw. Boulder so schrauben, dass es nach Möglichkeit nicht zu einem Gleichstand zwischen den AthletInnen kommt. Ausserdem sollten die Routen weder zu schwer noch zu leicht sein. Damit dem/der RoutenbauerIn das gelingt, kennt er i.d.R. das Teilnehmerfeld sehr gut und verfügt auch selbst über reichlich Wettkampferfahrung.

Boulder

Ein Boulder oder auch Boulderproblem besteht aus ca. 5-15 Griffen. Es ist bei jedem Boulder ein Start- und ein Topgriff markiert. Als Zwischenwertung gibt es meistens noch einen markierten Zonengriff. Der Athlet/die Athletin muss immer am Startgriff beginnen und versuchen, bis zum Topgriff zu klettern. Bei einem erfolgreichen Durchstieg des Boulders im ersten Versuch spricht man von einem 'flash'.

on sight

Von der on-sight-Begehung einer Route wird gesprochen, wenn eine Route durchstiegen wird, ohne dass vorher jemand beim Durchstieg beobachtet oder selber probiert wurde.

flash

Beim einem flash-Durchstieg, gelingt die Route, nachdem andere KletterInnen in der Route beobachtet wurden, selbst aber noch nicht in der Route geklettert wurde.
Beim Bouldern spricht man vom flash, wenn der Boulder im ersten Versuch geschafft wird. Dabei ist es egal, ob vorher andere KletterInnen beobachtet wurden.

Isolation

Isolation oder kurz Iso ist der Bereich, in dem sich die AthletInnen aufhalten, um sich aufzuwärmen und keinen Blick auf die Wettkampfwände und -routen haben.