Lehrgang 8 - Schwerklettern

Felskader-Modul 8 (01.–03.07.2022) 
Unterwegs mit Robert Leistner oder: Schwerklettern in der Waffenkammer der Sächsischen Schweiz 


Unser Treffpunkt war diesmal die Radeberger Hütte in den Schrammsteinen. Scheinbar haben die letzten beiden Lehrgänge uns geprägt, denn die Hälfte des Felskaders hat spontan beschlossen, die Nächte nicht in der Hütte sondern in der hütteneigenen Boofe zu verbringen. In einer abendlichen Runde „Dixit“ haben wir außerdem herausgefunden, dass kreative Assoziationen nicht notwendigerweise zu den Kernkompetenzen des Felskader zählen. Was aber nicht weiter dramatisch war, denn dieses Treffen stand ganz unter dem Motto Schwerklettern im Sandstein.


Samstag 

Mit Robert Leistner haben wir uns im Sandloch getroffen, um von unten schon mal die beeindruckenden Gipfel des Großen Doms zu bewundern. Warum der Große Dom? Weil hier – Roberts Aussage nach – die meisten schweren und langen Routen in schattigen und windigen Nordostwänden verdichtet sind.  
Der erste Lagerplatz wurde unter der Zitadelle aufgeschlagen, um uns in mittelschweren Routen einklettern zu können. Und natürlich wurde auch der Klassiker der Wand (Domino) innerhalb von fünf Minuten nach Ankunft am Wandfuß angegangen (womit Lara gleichzeitig einen ihrer Zettelwege abhaken konnte). Als die Sonne dann doch rumgekommen ist, sind wir im Dom ausgeschwärmt, um für jeden eine passende schwere Route zu finden. Jannik und Julian haben sich am Dompfeiler dann an den athletischen Zügen von David gegen Goliath versucht und um die Ecke haben Christoph und Ferdinand an der Crux vom Hurengebräu geknobelt, welches leider schneller als gedacht Sonne gefangen hatte. Am Domwächter wurden währenddessen die Klassiker Direkter Säbel von Johanna und Degen von Ronja in Angriff genommen. Und weil sie in unserer Dom-Klassikerrunde auch die nicht fehlen durfte, wurde an der Domkanzel noch die einmalige Traumzeit (sowie einige angrenzende Routen) in diversen Besetzungen geklettert.  


Währenddessen war Robert schwer beschäftigt, zwischen den einzelnen Gipfel hin- und herzuwechseln, anzufeuern und Routenempfehlungen, Tipps sowie wichtige Hinweise zu geben.  
Routen, die wir am Samstag unter anderem noch durchgestiegen sind:  

  • Zitadelle – Wachparade 
  • Zitadelle – Sturmangriff
  • Domspitze – Weiße Taube
  • Rohnspitze – Kreuzweg
  • Rohnspitze – Direkte Ostwand 


Bevor wir am Abend die verdiente Tonne Nudeln kochen konnten, wurde der Felskader erstmal in der Kirnitzsch vom gröbsten Schweiß und Dreck befreit, was nach einem anstrengenden Tag in der Sonne auch dringend nötig war. Bis spät in die Nacht hat Robert dann noch ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und über seinen Weg zum Klettern reflektiert. In einer wilden Mischung aus „Das war für mich ein eindrücklicher Moment!“, „Hier müsst ihr unbedingt mal hoch!“ und „Diese Story der Sächsischen Schweiz sollte man kennen.“ konnten hier sicherlich alle von uns ein wenig Inspiration für künftige Projekte und Ziele mitnehmen.  


Sonntag

Nachdem Svante als Morgensport den Mooshaufen Hüttenwart seiner persönlichen Quackensammlung hinzugefügt hat, ist am Sonntag semidemokratisch die Entscheidung gefallen, noch einmal in die Affensteine zu gehen, um noch ein paar Felskader-Zettelwege abzuhaken und für die letzten Kraftreserven noch ein paar schwere Nordseiten als Option zu haben. Am Freien Turm angekommen wurden wir bereits durch vom Partisan herüberschallende, fröhliche Bergsteigerlieder begrüßt; es herrschte ordentlich Betrieb. Bevor die Sonne die Westseiten erobern konnte, ist Svante dann in die Direkte Feuerwand (seinen Zettelweg) ein- und diese dann auch kompromisslos im Onsight durchgestiegen. Johanna hat währenddessen souverän ihren Zettelweg (die Partisanenhangel) vorgestiegen. Währenddessen hat Kai auf der Schattenseite das Vollständige Fundament angefangen, dass wir dann in Teamaktion bis zum letzten Ring durchgestiegen sind. Wir haben den Tag dann mit einer Handriss-Übungsrunde im Brosinnadel Talweg, den Felix und Sebastian in der Zwischenzeit vorgestiegen sind, abgeschlossen und uns wieder auf den Heimweg begeben.   


Routen, die wir am Sonntag ebenfalls noch gemacht haben:   

  • Amboss – Schmied und Geselle
  • Flachsköpfe – ABS

Vielen Dank nochmal an Robert Leistner für die Motivation zum Schwerklettern im Sandstein! Mal sehen, in welche schweren Routen wir uns in nächster Zeit noch so reintrauen, beziehungsweise welche von den im Lehrgang begonnenen noch zu Ende geführt werden.  


In diesem Sinne: Berg Heil und bis zum nächsten Treffen!  

Text: Christoph Doktor

Vorherige Seite: Lehrgang 7 - Rissklettern in Adršpach Nächste Seite: Über uns